Ich habe etwas Seltenes entdeckt! 😮
Beim massiven Sonnensturm im Januar dem stärksten Protonensturm seit 2003 habe ich diese seltsamen, gleichmäßigen Streifen entdeckt.
Erst dachte ich es wären Wolken, doch dann habe ich mir meine Fotos noch mal genauer betrachtet. Wow! Das sind sogenannte Aurora Dünen. Ein Phänomen, das wissenschaftlich erst 2018 eindeutig identifiziert und 2020 beschrieben wurde. Es sind Wellen in der Erdatmosphäre, die durch die Sonnenpartikel zum Leuchten gebracht werden.
Physikalisch nennt man das atmosphärische Schwerewellen.
Warum heißen die so?
Weil die Schwerkraft der Erde hier als „Gegenkraft“ wirkt: Wenn Luftpakete in der Atmosphäre nach oben geschubst werden, zieht die Schwerkraft sie wieder runter. Durch dieses Auf und Ab entstehen Wellenmuster in ca. 100 km Höhe, genau wie Wellen im Meer, nur eben aus Luft und Licht.
Aurora Dunes Timelapse – Wellen im Himmel beim Mega-Sonnensturm
In meinem Nordlicht-Timelapse sind die seltenen Aurora Dunes deutlich zu erkennen.
Die intensiven pastelligen Farben erzählen von der enormen Kraft dieses Sonnensturms. Die außergewöhnlich starke geomagnetische Aktivität ließ die Aurora ungewöhnlich hell und vielschichtig leuchten.
Sogar ein Flugobjekt wirft einen sichtbaren Schatten in das Polarlicht. Ein Moment, der zeigt, wie kraftvoll und hell diese Nacht wirklich war.
Was die Aurora Dunes so besonders macht
Die sogenannten Aurora Dunes wurden wissenschaftlich erst 2020 beschrieben, nachdem sie am 7. Oktober 2018 von mehreren Beobachtern gleichzeitig in Finnland und Schweden fotografiert wurden. Durch Triangulation – also das Vergleichen derselben Struktur von verschiedenen Standorten – konnte ihre Höhe bestimmt werden: Ca. 100 Kilometer über der Erdoberfläche.
Damit liegen sie in der Mesosphäre, einem Bereich zwischen etwa 80 und 120 Kilometern Höhe. Diese Region wird in der Forschung manchmal als „Ignorosphere“ bezeichnet, weil sie vergleichsweise schwer zu untersuchen ist. Satelliten können dort wegen der hohen Luftdichte nicht dauerhaft stabil fliegen, und bodengebundene Messgeräte erfassen diese Höhe nur eingeschränkt.
Gerade deshalb ist die magische Naturerscheinung der welligen Nordlichter wissenschaftlich so spannend.
Ein Sonnensturm kann Prozesse in einer dünnen atmosphärischen Schicht sichtbar machen, die sonst unsichtbar bleiben würden.
Wellenmuster am Boden und im Himmel
Die Wellenstruktur der Aurora Dunes erinnert stark an sogenannte Rippelmarken oder Strömungsrippel. Diese kennt man vom Meeres- oder Seegrund, vom Wattenmeer oder von sandigen Flussufern. Sie entstehen, wenn Wasser oder Wind über sandiges Sediment strömt. Diese Muster der Natur nennt man auch auch Wellenform, Sohlform, Transportkörper, Düne und subaquatische Düne.
Sobald die Strömung eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht, beginnen sich Sandkörner zu bewegen. Kleinste Unebenheiten im Boden verstärken sich durch positive Rückkopplung: An Erhebungen lagern sich weitere Körner an, bis sich regelmäßige, parallele Wellenstrukturen bilden. Diese Rippel sind meist nur wenige Zentimeter hoch, treten aber in klaren, rhythmischen Abständen auf.
Was am Boden durch Wasser oder Luft geformt wird, erscheint bei den Aurora Dunes in etwa 100 Kilometern Höhe. Dort bewegen sich keine Sandkörner, sondern die obere Atmosphäre selbst. Die Polarlichter wirken dabei wie ein Leuchtmittel, das eine bereits vorhandene Wellenstruktur sichtbar macht. Vermutlich handelt es sich um großräumige atmosphärische Wellen – sogenannte mesospheric bores – die sich in einer dünnen Schicht der Mesosphäre ausbreiten.
Diese Wellen im Polarlicht nennt man Aurora Dunes
Auch auf diesen Fotos sind die Aurora Dünen leicht zu erkennen.
Kilometerlange Wellenfelder entdeckt
Die Analyse der Fotos ergab eine erstaunlich regelmäßige Struktur:
Die Wellen hatten eine typische Wellenlänge von etwa 45 Kilometern – also der Abstand von einer „Düne“ zur nächsten.
Das bedeutet, dass diese scheinbar feinen Linien am Himmel sind in Wirklichkeit riesige, großräumige Wellenfelder, die sich über Hunderte Kilometer erstrecken können. In dem dokumentierten Fall reichte das Wellenmuster von Schweden bis nach Finnland.
Es handelt sich also nicht um kleine, lokale Turbulenzen, sondern um eine großskalige, nahezu monochromatische Wellenstruktur.
Was unsichtbar ist wird sichtbar
Die Aurora Dunes sind keine eigene Art von Polarlicht, sondern machen eine bereits vorhandene atmosphärische Welle sichtbar.
Vermutet wird ein sogenannter mesospheric bore, eine seltene Form einer atmosphärischen Gravitationswelle.
Solche Wellen können entstehen, wenn Energie aus unteren Atmosphärenschichten nach oben transportiert wird. Unter bestimmten Bedingungen wie bei speziellen Wind- oder Temperaturprofilen, wird diese Welle in einer dünnen Schicht „gefangen“ und kann sich horizontal über große Distanzen ausbreiten, ohne sofort zu zerfallen.
Das Polarlicht wirkt dann wie eine Taschenlampe:
Es beleuchtet die Dichteschwankungen im Sauerstoff der Atmosphäre und dadurch wird die Wellenstruktur sichtbar.
Wie reagieren Menschen auf starke Nordlichter?
In meinem ausführlichen Blogbeitrag über den intensiven Sonnensturm vom 19.01.2026 findet ihr folgende Infos:
- Warum er der stärkste Sonnensturm seit 2003 war
- Warum er haarscharf an einen gefährlichen G5 Szenario vorbei geschrammt ist
- Was kann bei einem G5 Szenario passieren kann
- Was uns vor dem G5 Szenario geschützt hat
- Wie intensiv Vögel reagiert haben
- Wie Menschen auf starke Nordlichter reagieren
- Das Geheimnis der schützenden Torus-Form bei Erde, Mensch und Pflanzen
- Wie man Protonen Auroras erkennt
- Bedeutung der Polarlicht Farben
- Warum wir aktuell so viele Polarlichter und Sonnenstürme erleben




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